Woran Sie erkennen, dass es Zeit für ein Redesign Ihrer Webseite ist

By 9. Januar 2018 Allgemein

Der ers­te Anlauf­punkt für einen Kun­den, Bewer­ber oder Geschäfts­part­ner ist die Web­sei­te des Unter­neh­mens.

Sie ver­mit­telt immer einen ers­ten Ein­druck und der ist bekannt­lich der wich­tigs­te.

Die Web­sei­te ist wie ein Top-Ver­käu­fer, 24/7 erreich­bar, und der auf alles eine gute Ant­wort parat hat.

Ob es sich dabei tat­säch­lich um den bes­ten Ver­käu­fer Ihrer Fir­ma han­delt oder um eine wenig moti­vier­te Aus­hil­fe, hängt von der Qua­li­tät Ihrer Web­sei­te ab.

Zu wel­cher Kate­go­rie Ver­käu­fer gehört Ihre Web­sei­te?

Unter­neh­mens­chefs wis­sen, dass Web­sei­ten benut­zer­freund­lich, modern und leicht zu navi­gie­ren sein soll­ten. Ihr aktu­el­ler Fir­men­auf­tritt spie­gelt die­se Kennt­nis jedoch oft nicht wider.

Den­noch wird die Ent­schei­dung für ein Rede­sign lan­ge hin­aus gezö­gert oder nur halb­her­zig ange­gan­gen.

Machen Sie den Test:

Soll­ten Sie bei mehr als der Hälf­te der nach­fol­gen­den 10 Punk­te Ihre Web­sei­te wie­der erken­nen, dann ist es ver­mut­lich Zeit für eine Gene­ral­über­ho­lung.

#1: Ihre Webseite wirkt veraltet

Es ist erstaun­lich: Vie­le Unter­neh­men haben noch immer Web­sei­ten mit einer Aus­strah­lung, als wären sie vor 10 Jah­ren ent­wor­fen wor­den.

Da sich Design-Trends und Tech­no­lo­gi­en aber schnell ändern, fällt eine ver­al­te­te Web­sei­te sofort nega­tiv auf. Ein Kun­de wird ein über­hol­tes Design dann schnell mit wenig inno­va­ti­ven Pro­duk­ten oder Dienst­leis­tun­gen gleich­set­zen, ein Bewer­ber mit unzeit­ge­mä­ßer Unter­neh­mens­füh­rung und feh­len­den Auf­stiegs­chan­cen.

Ein fata­ler ers­ter Ein­druck, der ande­re Mar­ke­ting­ak­ti­vi­tä­ten inef­fek­tiv machen kann.

#2: Die Navigation auf der Webseite ist wenig intuitiv

Auch Sie müs­sen selbst immer ein wenig suchen, bevor Sie eine bestimm­te Infor­ma­ti­on auf Ihrer eige­nen Web­sei­te fin­den? Die Navi­ga­ti­on erstreckt sich über vie­le Ebe­nen und ist teil­wei­se red­un­dant?

Die Gestal­tung einer intui­ti­ven und ein­fa­chen Navi­ga­ti­ons­lo­gik, um schnell die gesuch­te Infor­ma­ti­on auf einer Web­sei­te zu fin­den, ist kei­ne tri­via­le Ange­le­gen­heit.

Sie ist jedoch ent­schei­dend für die Benut­zer­freund­lich­keit und die all­ge­mei­ne Akzep­tanz. Eine Such­funk­ti­on, die auf eine Anfra­ge hin zehn Ergeb­nis­sei­ten vor­schlägt, ist wenig hilf­reich.

Ein Besu­cher muss mit einer mög­lichst gerin­gen Anzahl von Klicks die benö­tig­te Infor­ma­ti­on fin­den, ansons­ten wird er die Sei­te ver­las­sen.

#3: Auf mobilen Endgeräten ist Ihre Seite schwer zu lesen

2007 wur­de das Apple iPho­ne vor­ge­stellt und das Inter­net für mobi­le End­ge­rä­te erschlos­sen. Den­noch sind 10 Jah­re spä­ter immer noch vie­le Web­sei­ten nicht respon­si­ve.

Respon­si­veness ist der Fach­be­griff für eine Anpas­sung des Lay­outs von Sei­ten­in­hal­ten an die ver­wen­de­te Bild­schirm­grö­ße.

Ob Ihre Web­sei­te respon­si­ve ist, kön­nen Sie leicht tes­ten, auch wenn Sie gera­de mit einem Lap­top oder Desk­top Com­pu­ter arbei­ten. Redu­zie­ren die Brei­te Ihres Brow­ser­fens­ters und beob­ach­ten Sie, ob sich das Lay­out der Sei­ten­ele­men­te ver­schiebt.

Ja? Dann set­zen Sie an die­sen Punkt ein Häk­chen. Nein? Ihre Web­sei­te ist ein Dino­sau­ri­er.

#4: Ihre Webseite fordert nicht zum Handeln auf

Frü­her waren Web­sei­ten ein bes­se­rer elek­tro­ni­scher Pro­spekt. Heu­te setzt man Web­sei­ten inter­ak­tiv ein, um kon­kre­te Hand­lun­gen aus­zu­lö­sen.

Der Begriff hier­für ist Call-to-Action, oder abge­kürzt CTA. Ein CTA kann das Sam­meln von Email Adres­sen für einen News­let­ter oder eine beson­de­re Ver­kaufs­ak­ti­on sein, das Stel­len von Anfra­gen an den Ver­trieb oder die Beant­wor­tung einer Umfra­ge, um Pro­dukt­prä­fe­ren­zen her­aus­zu­fin­den.

Was ist die Ziel­set­zung Ihrer Web­sei­te und wie mes­sen Sie den Erfolg? Haben Sie kla­re Hand­lungs­auf­for­de­run­gen an Ihre Besu­cher for­mu­liert?

#5: Ihre Webseite spiegelt nicht die hohe Qualität Ihrer Marke, Produkte oder Dienstleistungen wider?

Erin­nern Sie sich noch an den bekann­ten Car­toon von Peter Stei­ner im The New Yor­ker von 1993 "On the Inter­net, nobo­dy knows you're a dog"?

Er kom­men­tier­te schon damals sehr tref­fend, dass die Spiel­re­geln im Inter­net neu geschrie­ben wer­den.

Von dem Erschei­nungs­bild einer Web­sei­te wird unmit­tel­bar auf das Unter­neh­men und die dahin­ter lie­gen­de Mar­ke geschlos­sen. Klei­ne Unter­neh­men haben dadurch die Mög­lich­keit, sich grö­ßer dar­zu­stel­len, als sie es tat­säch­lich sind. Und eta­blier­te Play­er gera­ten auf die­sem Medi­um leicht in Gefahr, wenig fort­schritt­lich und trä­ge aus­zu­se­hen.

Star­ke Unter­neh­men und Mar­ken müs­sen auch als sol­che wahr­ge­nom­men wer­den und das Inter­net ist der Ort, an dem die­se ent­schei­den­den Ein­drü­cke ver­mit­telt wer­den.

#6: Die Aktualität Ihrer Webseite wird vor allem durch Pressemitteilungen gestützt

Google schätzt regel­mä­ßi­ge inhalt­li­che Aktua­li­sie­run­gen und eine Pres­se­mit­tei­lung bie­tet sich dafür immer ger­ne an.

Aber das ist nicht aus­rei­chend.

Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn Ihre Web­sei­te ver­al­te­te Infor­ma­tio­nen zeigt und z.B. "Top-Weih­nachts­an­ge­bo­te" im Febru­ar anbie­tet. Ver­lin­kun­gen, die ins Lee­re füh­ren oder Fotos von  Mit­ar­bei­tern, die offen­sicht­lich von vie­len Jah­ren auf­ge­nom­men wur­den, deu­ten nicht auf eine leben­di­ge Web­sei­te hin.

Als Besu­cher merkt man sofort, ob eine Web­sei­te regel­mä­ßig inhalt­lich aktua­li­siert wird.

#7: Die Google Analytics Zahlen zeigen sehr kurze Nutzerverweilzeiten, wichtige Seiten werden fast nie besucht

Hand auf's Herz: Wie oft schau­en Sie sich Ihre Google Ana­ly­tics Daten an?

Ver­ste­hen Sie, was sich hin­ter den ver­schie­de­nen Kenn­zah­len ver­birgt und wie sie zu inter­pre­tie­ren sind?

Für die meis­ten steht die Anzahl der Besu­cher im Vor­der­grund. Was die Kun­den aber auf der Web­sei­te machen, ist deut­lich inter­es­san­ter.

Haben Sie Ihre Web­sei­ten­struk­tur schon ein­mal ver­än­dert, Sek­tio­nen in der Glie­de­rung nach vor­ne gezo­gen, Infor­ma­tio­nen auf die ers­te Sei­te gestellt - weil die Aus­wer­tung der Google Ana­ly­tics Daten Ihnen dadurch Vor­tei­le ver­sprach?

Nach dem hohen zeit­li­chen Auf­wand für die Erstel­lung der Fir­men­web­sei­te wird die regel­mä­ßi­ge Pfle­ge anschlie­ßend oft ver­nach­läs­sigt. Nach dem Mot­to: So, jetzt haben wir uns im Inter­net gut prä­sen­tiert und kön­nen uns wie­der dem Tages­ge­schäft zuwen­den.

Ein gro­ßer Feh­ler: Im Unter­schied zu Print­me­di­en, soll­te Ihre Web­sei­te immer den aktu­el­len Stand Ihres Unter­neh­mens wider­spie­geln.

#8: Einige Funktionalitäten sind nicht benutzerfreundlich

Wahr­schein­lich haben Sie ein Such­feld auf Ihrer Web­sei­te. Aber sind die Such­ergeb­nis­se eigent­lich rele­vant?

Wie schnell wer­den die Ant­wor­ten ange­zeigt? Eine Such­funk­ti­on, die sich meh­re­re Sekun­den dreht und dann eine Viel­zahl von Sei­ten ohne direk­ten Bezug vor­schlägt, ist wenig taug­lich. Besu­cher erwar­ten sofor­ti­ges Feed­back und treff­ge­naue Sei­ten­vor­schlä­ge, wie sie es von Google & Co. gewohnt sind.

Für Fir­men mit gro­ßen Sor­ti­men­ten gibt es heu­te spe­zia­li­sier­te Anbie­ter wie Elasticsearch. Sie erlau­ben eine blitz­schnel­le Such­funk­ti­on, mit der Kun­den sofort das Rich­ti­ge fin­den kön­nen.

#9: Fehlende Content Strategie

Con­tent Stra­te­gie bezeich­net den Pro­zess der stra­te­gi­schen Pla­nung, Erstel­lung und Ver­brei­tung von Inhal­ten eines Unter­neh­mens im Inter­net.
Die wenigs­ten Fir­men kön­nen wohl heu­te von sich behaup­ten, dass sie die­sen Pro­zess orga­ni­sa­to­risch aus­rei­chend und effek­tiv ver­an­kert haben. Jedoch ist eine geleb­te Con­tent Stra­te­gie der bedeu­ten­de Unter­schied zwi­schen inno­va­ti­ven Unter­neh­men, die sich in der digi­ta­len Welt sicher zu Hau­se füh­len und denen, die der neu­en Ent­wick­lung noch hin­ter­her­lau­fen.

#10: Ihre Webseite ist nicht SEO optimiert

Obwohl Ihre Pro­duk­te eine füh­ren­de Posi­ti­on in einem Markt­seg­ment ein­neh­men, lan­den Sie nicht auto­ma­tisch ganz oben bei den orga­ni­schen (also nicht bezahl­ten) Such­ergeb­nis­sen? Wor­an liegt das?

Über­prü­fen Sie, ob sich die rele­van­ten Schlüs­sel­wör­ter an pro­mi­nen­ter Stel­le auf Ihrer Web­sei­te wie­der­fin­den. Sind die­se auch auf zusätz­li­chen Lan­ding­pa­ges prä­sent?

Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten auch ohne Bezah­lung, sei­ne Google Posi­ti­on deut­lich zu ver­bes­sern. Die bes­ten Ergeb­nis­se wer­den jedoch erzielt, wenn die Web­sei­te bereits in der Kon­zep­ti­ons­pha­se dahin­ge­hend opti­miert wur­de.

Spre­chen­de URLs oder such­ma­schi­nen­freund­li­che Tit­le Tags H1, H2 oder H3 (das sind die Sei­ten- und Kapi­tel­über­schrif­ten) hel­fen Google zu ver­ste­hen, wor­auf Sie spe­zia­li­siert sind. Dadurch kann sich Ihre Plat­zie­rung beim Ran­king erhö­hen.

Wie oft sollte man seine Webseite grundlegend aktualisieren?

Abhän­gig ist dies unter ande­rem von Ihrem Markt­um­feld und der Ziel­set­zung Ihrer Web­sei­te. Wir haben die Erfah­rung gemacht, dass ab einer gewis­sen Grö­ße die Nei­gung zu rein inkre­men­tel­len Ver­än­de­run­gen steigt, da oft der Mut zu einem gro­ßen Schritt fehlt.

Ein guter Anlass für eine grund­le­gen­de Über­ar­bei­tung ist ein recht­lich voll­zo­ge­ner Unter­neh­mens­zu­sam­men­schluss. Bei einem Mer­ger wird die Web­sei­te sehr inten­siv von den eige­nen Mit­ar­bei­tern im Auge behal­ten, um die dort ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen mit der inter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on abzu­glei­chen. Eine Neu­ge­stal­tung der fir­men­ei­ge­nen Web­sei­te unter Ein­be­zie­hung der Mit­ar­bei­ter ruft oft fri­sche Ener­gie und eine posi­ti­ve Auf­bruch­stim­mung her­vor.

Ein Genera­ti­ons­wech­sel in einem Fami­li­en­un­ter­neh­men ist eben­falls ein guter Zeit­punkt für eine Neu­ge­stal­tung mit moder­nem Anstrich. Eben­so die Ein­füh­rung von neu­en Pro­dukt­li­ni­en, die eine wich­ti­ge stra­te­gi­sche Rol­le in der Zukunft spie­len sol­len und dem­entspre­chend inno­va­tiv prä­sen­tiert wer­den müs­sen.

Die Über­nah­me einer Fir­ma durch ein Pri­va­te Equi­ty Fond im Rah­men eines Manage­ment Buy-outs erfor­dert eben­falls eine sorg­fäl­tig orches­trier­te Inter­net-Kom­mu­ni­ka­ti­on, damit Geschäfts­part­ner und Mit­ar­bei­ter über die Zukunfts­plä­ne umfas­send infor­miert wer­den.

Ach­ten Sie auch auf neue Mög­lich­kei­ten für Pro­zess­ver­bes­se­run­gen.

Der Auf­bau eines Shop Sys­tems mit intel­li­gent gestal­te­ten Bestell­hil­fen ist zwar etwas auf­wän­di­ger, ren­tiert sich aber schnell und schafft einen posi­ti­ven Image­ef­fekt.

Ein wei­te­res Bei­spiel sind Pro­dukt­kon­fi­gu­ra­to­ren direkt auf der Web­sei­te für eine erhöh­te Bera­tungs­qua­li­tät. Auch kann dadurch kann der Auf­wand für den Direkt­ver­trieb redu­ziert wer­den.

Das Ham­bur­ger Unter­neh­men kaliber5 hat sich auf sol­che Anwen­dun­gen spe­zia­li­siert. Von Ring­kon­fi­gu­ra­to­ren für Juwe­lie­re, tech­ni­schen Federn für die Indus­trie, bis hin zu Gar­ten­zäu­nen für einen Online Ver­sand ent­wi­ckel­ten sie sehr inno­va­ti­ve Lösun­gen.

Ein guter Test ist immer der Blick über den Gar­ten­zaun zu den Nach­barn. Schau­en Sie sich min­des­tens alle sechs Mona­te den Web­auf­tritt Ihrer Mit­be­wer­ber an. Schnell bekom­men Sie dann einen Ein­druck, ob Ihre eige­ne Web­sei­te noch zeit­ge­mäß ist oder durch­aus eini­ge moder­ne Akzen­te gebrau­chen könn­te.

Viel­leicht ist es jedoch auch Zeit für ein kom­plet­tes Face­lif­ting.